Landwirtschaft

Grundsätzlich können Maßnahmen, die dem Rebhuhn-Schutz dienen, gefördert werden. Hierfür eignen sich das Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl (FAKT) sowie die Landschaftspflegerichtlinie (LPR). Sprechen Sie uns gerne darauf an!

 

Anlage mehrjähriger Blühbrachen

Diese gehört zu den wichtigsten Maßnahmen, denn sie bieten den Rebhühnern das ganze Jahr über Schutz vor Feinden, Nahrung sowie Brut- und Nistplätze. Bewährt haben sich hier zwei Varianten. Zum einen die Ansaat und Pflege nach dem „Göttinger Modell“. Hier wird nach einer flächigen Einsaat im ersten Jahr in den Folgejahren immer nur die Hälfte der Fläche umgebrochen und neu eingesät, während die andere Hälfte überjährig stehen bleibt (siehe Abbildung). So kann sich eine mehrjährige Blühbrache entwickeln, die aus Kulturpflanzen und Wildkräutern in verschiedenen Entwicklungsstadien besteht. Zum anderen sind auch Dauerbrachen denkbar. Welche Variante die geeignetere ist, muss im individuellen Fall entschieden werden.

mehrjährige Buntbrache mit jährlich wechselnder Neueinsaat

Wirksame Brachen sind mindestens 15 m, besser 20 m breit, haben einen Abstand zu Wald und hohen Gehölzen von mindestens 150 m und liegen nicht mit der langen Schlagseite entlang oder am besten abseits von Wegen. Schmale Streifen wirken eher als „Fuchsbüffet“. Je größer und breiter die Fläche, desto besser der Bruterfolg. Idealerweise liegen mehrere Flächen in recht enger Nachbarschaft.

 

Niederhecken

Ohne eine auf das Rebhuhn abgestimmte Heckenpflege im Projekt-Gebiet mindert sich die Aussicht auf Erfolg stark. Zu hohe Hecken werden von Feldvögeln gemieden, denn darin verstecken sich die natürlichen Feinde wie Füchse und Greifvögel. Eine abschnittsweise Umwandlung in Niederhecken ist also unabdingbar. In schneereichen Wintern bieten diese zusätzlich Deckung und Schutz. Ein Unterwuchs aus Altgras und Kräutern ist zudem fördernd. Neupflanzungen von Niederhecken sind wünschenswert in den Bereichen, in denen solche Strukturen noch nicht existieren bzw. nicht durch die richtige Heckenpflege hergestellt werden können. Auf Neupflanzungen von freien Bäumen in der Landschaft sollte verzichtet werden.

 

Wegränder, Böschungen, Wiesenwege, Säume und Feldraine mit Altgras

Sie alle bilden in der Agrarlandschaft die Nahrungsgrundlage für Rebhühner und ihre flugunfähigen Jungtiere und dienen als Verstecke, sofern sie von Frühjahr bis Ende des Sommers nicht gemäht werden. Erst Ende August sollte hier eine Mahd mit Abräumen des Mähguts erfolgen, um den Boden auszumagern und damit den Blütenreichtum zu fördern. Teile der Flächen bleiben optimaler Weise als sogenannte stehen. Es wäre zudem wünschenswert, wenn zu Feldwegen zugehörige Ränder wieder ihre Aufgabe als Wegränder erfüllen könnten, das heißt hier sollte weder Getreide angebaut noch gedüngt oder gespritzt werden. So kann deren Wirkung als Vernetzungselement in der Landschaft wiederhergestellt werden.

 

Stoppelbrachen

Im Winter sind Rebhühner durch die fehlende Pflanzendecke ihren Feinden stärker ausgeliefert. Umso wichtiger ist es dann, dass die Nahrungssuche wenig Zeit beansprucht und die Hühner sich danach wieder verstecken können. Stoppelbrachen bieten Deckung und das Ausfallgetreide eine energiereiche Nahrungsgrundlage für den Winter.

 

Extensiv genutzte Äcker und eine extensive Grünlandbewirtschaftung

Wenig gedüngtes Grünland ist blütenreicher als intensiv bewirtschaftetes Grünland. Auch Lichtäcker mit nicht zu dicht gesäten Kulturen lassen Raum für Wildkräuter. Die an den blühenden Kräutern lebenden Insekten sind die wichtigste Nahrungsquelle der Jungvögel. In extensiven Wiesen und lichten Getreideäckern können sich die Küken auch am Boden zwischen den Halmen gut bewegen.